MĀYĀ ELEMENTAR · NATÜRLICH MENSCH

Eine ANALYSE

Vom Menschen zum Objekt.

Eine Analyse über Sprache, Macht und die Illusion, Gutes zu tun.


Zeitungsartikel „Das ADHS-Monster besiegen: Wie eine Lerntherapeutin Kindern mit Lernschwierigkeiten hilft“

Ein Zeitungsartikel.
Ein paar Worte.
Und plötzlich sehen wir ein Kind anders.

Was passiert eigentlich, wenn wir über Kinder sprechen?

Nicht nur darüber, was sie tun.

Sondern darüber, was wir aus ihrem Verhalten machen.





DER AUSGANGSPUNKT

Der folgende Beitrag ist keine Analyse einer einzelnen Therapeutin oder eines einzelnen Zeitungsartikels.

Er steht exemplarisch für eine Art des Denkens und Sprechens, die uns in Medizin, Pädagogik, Wissenschaft und Gesellschaft immer wieder begegnet.

Anhand dieses Artikels möchte ich sichtbar machen, wie Sprache, wissenschaftliche Modelle und gesellschaftliche Vorstellungen unseren Blick auf Kinder prägen – und welche Fragen entstehen, wenn wir beginnen, diesen Blick selbst zu hinterfragen.

01.

EIGENTLICH WOLLTE ICH WEITERSCROLLEN …

Doch diesmal ging es nicht.

Wir leben im 21. Jahrhundert und wissen um Ganzheitlichkeit, verschiedene Ebenen, unterschiedliche Perspektiven, komplexe Zusammenhänge und darum, dass alles aufeinander einwirkt.

Und dann schreiben wir über Menschen, die nie gefragt wurden.

Ist es wirklich gut, seit 1987 das Verhalten von Kindern zu bewerten, ohne einen wahrhaftigen Blick hinter die Kulissen zu bekommen und ohne das große Ganze zu sehen?

Ist es gut, wenn Eltern ihre Kinder unreflektiert nach ihren eigenen Maßstäben erziehen? Nein. Es ist im Grunde übergriffig. Und dann wundern wir uns über die Auswirkungen im gesamten System.

Weil wir offenbar manchmal nur von der Tapete bis zur Wand schauen und nicht über den Tellerrand.

Dabei hat das Einfluss.

MehrPerspektive

Cover des Magazins „Natürlich Mensch“ von Maya Elementar mit einer Frau im gemusterten Kopftuch und dem Titel „Das Magazin für Pädagogik, Entwicklung & Gesellschaft“.

Wir nehmen uns als Erwachsene und als Gesellschaft häufig heraus, Verhalten von Kindern zu bewerten, einzuordnen und zu beurteilen.

Wir wollen Verantwortung bei Kindern und Jugendlichen erkennen, während wir unsere eigene Verantwortung für das große Ganze aus dem Blick verlieren.

Dabei vergessen wir leicht, welchen Anteil wir selbst an den Bedingungen haben, in denen dieses Verhalten entsteht.

Wir diejenigen, die einen erheblichen Teil der Bedingungen schaffen, in denen Kinder aufwachsen. Wir gestalten Familien, Kindergärten, Schulen, Institutionen, Tagesabläufe, Erwartungen, Regeln und Beziehungen.

Wir entscheiden darüber, welches Verhalten erwünscht ist. Und welches nicht. Jap.

Wir stellen uns erstaunlich selten mit ins Bild – und wenn, dann wohl, um gut dazustehen.

Wenn wir Verhalten betrachten, betrachten wir immer auch die Bedingungen, unter denen es entsteht.

Auch neurologisch betrachtet wirken Umwelt, Beziehung und emotionale Erfahrungen auf unser Gehirn und unser gesamtes System.

Dauerhafte oder Regelmäßige Stressbelastung von außen bleibt nicht einfach außen.

Sind wir bereit, nach diesem Wissen zu handeln.

Und was meinen Sie, warum Kinder Verhalten zeigen?

Nun zur Analyse